Nürnberger Bio-Lebkuchen

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Wie einige von euch vielleicht schon via Instagram mitbekommen haben, bin ich und damit natürlich auch mein Blog im letzten Monat umgezogen. Nach vier Jahren Mannheim beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt und zwar im schönen Nürnberg! Die Kisten sind bereits alle ausgepackt und auch die Küche ist komplett ausgestattet. Um mich meiner neuen Stadt gleich noch näher zu fühlen habe ich mich an einem wahren Nürnberger Rezept versucht: Den Original Nürnberger Lebkuchen. Im Netz gibt es an die tausend verschiedenen Rezepte. Unternehmen wie Lebkuchen Schmidt würden ihre Rezepte natürlich niemals Preis geben. Also musste ich mir selbst eine feine Mischung zusammenstellen. In vielen Rezepten fand ich in der Zutaten Liste Mehl und Backpulver, wobei diese beiden Komponenten sicherlich nicht in das traditionelle Rezept gehören.

 

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Auf dem Lebkuchen Markt hier in Nürnberg werden so gut wie alle Lebkuchen als „glutenfrei“ ausgezeichnet, aus dem Grund, dass der Teig kein Mehl beinhaltet. Bei den sogenannten Elisenlebkuchen besteht sogar nach Deutschem Lebensmittelbuch die Zusatzbezeichnung „Lebkuchen von höchster Qualität“. Diese müssen mindestens 25 % Nussanteil (Mandeln, Hasel- und Wallnüsse) enthalten und maximal 10 % Mehl. Orangeat und Zitronat sollten wohl auch in keinem der leckeren Lebkuchen fehlen. Ein häufiger Bestandteil sind auch Zitronen- und Orangenschalenaroma. Dieses gibt es tatsächlich so in den Supermärkten fertig abgepackt zu kaufen. Wie praktisch dachte ich mir, bis ich mir die Inhaltsstoffe angeschaut habe. Dort reiten sich die berühmten „E’s“ aneinander. Darauf wollte ich bei meinem ersten Versuch dann doch lieber verzichten und habe stattdessen Bio Zitronen, sowie Orangen gekauft, bei denen die Schale auch zum Verzehr geeignet ist.

 

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Das Ergebnis meiner ersten selbst gebackenen Lebkuchen war einfach spitze. Ich könnte mich den gesamten Tag von nichts anderem mehr ernähren. Für die kommenden kalten Herbsttage und die Vorweihnachtszeit einfach genau das Richtige! Anbei findet ihr mein Rezept mit verringertem Zuckeranteil, besten Bio Zutaten und einem super saftigen Teig. Viel Spaß damit!

 

Zutaten (ca. 25 Stück):

– 5 Bio Eier

– 250 g brauner Rohrohrzucker

– 2 Pk Vanillinzucker

– 100 g Zitronat & 100 g Orangeat

– Abrieb einer 1 Bio Zitrone & 1 Bio Orange

– 200 g gemahlene Haselnüsse

– 200 g gemahlenen Mandeln

– 100 g fein gehackte Wallnüsse

– 1 Pk. Lebkuchengewürz (15 g)

– 1/4 Tl Hirschhornsalz

– etwas Mehl zum Kneten (für glutenfreie Version z.B. Reismehl verwenden)

– etwas Öl für das Backblech / Alternativ Obladen

– Nach Belieben: 200 g Zartbitter Kuvertüre / 150 g Puderzucker

– ganze blanchierte Mandeln zum Verzieren

 

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Das Orangeat und Zitronat mit dem Messer möglichst fein hacken. Die Schale der Citrusfrüchte abreiben und beiseite stellen. Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Orangeat, Zitronat und Abrieb mit unterrühren. Anschließend die Nüsse Nach und Nach mit unter kneten. Zuletzt das Hirschhornsalz und das Lebkuchengewürz hinzugeben. Der Teig sollte schön feucht sein und in der Schüssel abgedeckt für mind. 12, besser sogar 24 Stunden im Kühlschrank ruhen.

 

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Am nächsten Tag dann den Backofen auf 170 Grad (Umluft 150 Grad) vorheizen. Die Hände bemehlen und dann ca. 25 Kugeln aus dem Teig formen. Eine Kugel entspricht ca. einem gehäuften Esslöffel Teig. Backpapier auf das Blech legen und dieses mit etwas Öl einfetten. Dies verhindert dass die Lebkuchen nach dem Backen zu fest am Papier kleben. Ca. 6-8 Kugeln auf das Blech setzen. Handinnenfläche erneut bemehlen und anschließend die einzelnen Kuchen platt drücken. Die halbrunde Form lässt sich mit der Handinnenseite recht gut formen.

 

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Die rohen Lebkuchen nun für ca. 10-12 Minuten backen. In keinem Fall zu lange, da sie sonst viel zu schnell austrocknen. Der Teig sollte innen schön saftig bleiben. Sobald sich die Ränder leicht bräunen sollte das Backblech raus aus dem Ofen und die Lebkuchen auf einem Rost abkühlen. Wer möchte kann nun Kuvertüre über dem Wasserbad erhitzen oder Puderzucker mit ein paar Wassertropfen anrühren und die Lebkuchen damit bestreichen. Die Mandeln habe ich kurz (ohne Öl) in der Pfanne angeröstet. Der Kreativität sind beim Verzieren keine Grenzen gesetzt, auch Belegkirschen etc. können verwendet werden.

Und da meine Lebkuchen ja nun wirklich in Nürnberg hergestellt wurden kann ich sie wohl glaubhaft als echte Nürnberger Lebkuchen anpreisen 🙂

 

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