Tempeh Kurs im Sojahaus Setia

In der letzten Zeit hatte ich das Gefühl, dass auf Facebook nicht mehr wirklich viel los ist. Doch ich habe den Veranstaltungskalender neu für mich entdeckt. Nach einer Yogastunde im Park am Donnerstag, die mir ebenfalls über die Facebook Events angezeigt wurde, habe ich einen Tempeh Kurs gleich um die Ecke entdeckt.  Auf ein „Interessiert“ folgte schnell eine Zusage und so verbrachte ich meinen Sonntag im Sojahaus Setia in Nürnberg und hatte einen wirklich super tollen Tag!

 

 

Der Inhaber Setia Nugraha kommt selbst aus Indonesien, dem Herkunftsland des Tempeh. In seinem Laden in Nürnberg stellt er selbst hochwertigen Tempeh sowie Tofu aus Bio Sojabohnen her. Wer ganz genau wissen möchte wie die Produkte hergestellt werden und sich selbst daran versuchen möchte, kann an den Tofu und Tempeh Kursen teilnehmen, die regelmäßig angeboten werden. Das Cafe bietet einen schönen Platz zum Verweilen, leckere warme und kalte Getränke sowie ein frisches, wechselndes Tagesangebot an indonesischem Essen.

 

 

Ich selbst habe Tempeh das erste mal 2016 auf Bali gegessen (sicherlich schon das ein oder andere Mal unterbewusst zuvor). Bei meiner Yogaausbildung in diesem Jahr auf Bali gab es kein Halten mehr vor Tempeh, mehrmals täglich habe ich es in den unterschiedlichsten Zubereitungsformen gegessen. Mein unvergesslicher Favorit war der Barbecue Tempeh Burger im Lazy Cats Cafe in Ubud. Wieder zuhause in Nürnberg kaufte ich meinen Nachschub bislang eingeschweißt im Biomarkt. Gut mariniert und im besten Fall sogar frittiert sehr lecker, aber kein Vergleich zum Original. Wo ich meinen Vorrat ab sofort herbekomme weiß ich ja nun :-).

 

 

Wie kommt man nun selbst von der Sojabohne zum fertigen Tempeh? Eigentlich ist die Herstellung gar nicht so schwierig, zumindest nicht, wenn man das notwendige Arbeitsmaterial zur Verfügung hat. Sojabohnen einweichen, schälen, waschen, trocknen, mit Pilzen „impfen“, verpacken und dann bei durchgängigen 30 Grad reifen lassen. Fertig ist das Tempeh.

Im Kurs bei Setia haben wir jeder unser eigenes Tempeh hergestellt, ganz traditionell im Bananenblatt sowie im Plastikbeutel. Beide Versionen habe ich 2 Tage später bei ihm im Laden abgeholt (zuhause fehlt mir der Heizschrank). Das Ergebnis war einfach erstklassig! Selbst im rohen Zustand, ganz ohne Marinade hat mich der Geschmack komplett überzeugt. Kein Vergleich zu abgepackten Produkten aus der Kühltheke. Laut Setia sollte man den frischen Tempeh idealerweise innerhalb von 48 h verzehren, so schmeckt er einfach am besten. Ich gebe ihm dabei vollkommen recht.

 

 

Der Kurs selbst endete natürlich mit einer Tempeh (und Tofu) Verkostung. Zusammen mit gelbem Reis, Urap (Gemüsesalat mit Kokosraspeln) und vielen weiteren Leckereien fühlte ich mich wie im Urlaub in Indonesien.

Viele der Teilnehmer wollten die Rezepte natürlich gerne notieren und zuhause nachkochen. Wie wir Deutschen dann eben doch oft sind am besten mit ganz genauer Angabe der Zutaten, wie viel Gramm, wie viel Millilitter, Kochdauer etc. Setias Antwort auf diese Fragen war meist „Einfach probieren, einfach noch etwas mehr dazu geben, einfach mal machen“. Diese unkomplizierte Art, die Leichtigkeit des Kochens und auch die Lebensfreude, den Spaß an seiner Arbeit und seinen Produkten, hat mir sehr imponiert.

Zuhause habe ich den gelben Reis und das Tempura Tempeh auch gleich nachgekocht. Ich hätte nicht gedacht, dass es mit den richtigen Zutaten so einfach sein kann solch ein köstliches, authentisches Essen zu zaubern. Vielen Dank lieber Setia für diesen informativen, spaßigen und kreativen Kurs sowie für die tollen Rezepte!

Weitere Infos zum Sojahaus Setia findet ihr hier.